

Krefeld. Die Stadt Krefeld befasst sich in der heutigen Stadtratssitzung ausführlich mit der Einführung eines neuen Angebots zur Stärkung der nächtlichen Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr. Vorgestellt wird ein spezieller Nachtbus, der ausschließlich Frauen vorbehalten ist. Das Vorhaben ist als viermonatiges Pilotprojekt geplant und soll bereits Anfang kommenden Monats starten.
Der Nachtbus ist als ergänzende Maßnahme zum bestehenden ÖPNV konzipiert und richtet sich an Frauen, die sich insbesondere nachts auf stark frequentierten Strecken unsicher fühlen. Eine Analyse der Stadtwerke Krefeld (SWK) hatte gezeigt, dass das Sicherheitsbedürfnis im Abend- und Nachtverkehr in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen ist. Die Verwaltung reagiert damit auf Hinweise aus Bürgerschaft, Politik und lokalen Initiativen.
Toller BusDer Bus soll zu festen Zeiten auf definierten Routen verkehren, die vorab gemeinsam mit der SWK und Vertreterinnen von Frauenverbänden abgestimmt wurden. Dabei ist vorgesehen, Haltepunkte flexibler zu handhaben: Auf Wunsch sollen Fahrerinnen und Fahrer auch zwischen regulären Haltestellen stoppen können, um Wege zu verkürzen und potenzielle Gefahrensituationen zu reduzieren. Die Fahrzeuge werden zudem mit moderner Sicherheitstechnik ausgestattet – darunter Innenraumkameras, verbesserte Beleuchtung und ein direkter Draht zur Leitstelle.
Träger des Projekts sind die Stadtwerke Krefeld in Zusammenarbeit mit mehreren Krefelder Organisationen, die sich seit Jahren für mehr Sicherheit im öffentlichen Raum einsetzen. Gemeinsam wurden Informationsmaterialien und eine begleitende Öffentlichkeitskampagne entwickelt, die vor dem Start des Pilotbetriebs ausgerollt wird. Bürgerinnen sollen frühzeitig erfahren, wie das Angebot funktioniert und welche Strecken bedient werden.
Im Anschluss an die Testphase erfolgt eine umfassende Evaluation. Neben quantitativen Daten – etwa Fahrgastzahlen und Auslastung – sollen qualitative Rückmeldungen der Nutzerinnen in die Bewertung einfließen. Die Ergebnisse dienen als Grundlage für eine mögliche dauerhafte Einführung oder Anpassung des Modells. Die Verwaltung sieht im Pilotprojekt eine realistische Möglichkeit, zielgerichtet auf bestehende Sicherheitsbedürfnisse zu reagieren und gleichzeitig neue Standards im nächtlichen ÖPNV zu setzen.
Vertreterinnen und Vertreter der Medien sind eingeladen, sich bei Rückfragen oder Interviewwünschen an die Pressestelle der Stadt Krefeld zu wenden.




